Chronik des HGV Bredstedt                                            Infolge einer Anzeige im Jahre 1930 im Friesencourier wurden einige Bredstedter Kaufleute aufmerksam auf die Weihnachtsaktivitäten in den Nachbarorten Leck, Niebüll und Husum, die zu damaliger Zeit durch Basare, Variete und Märchenspiele auf sich aufmerksam machten und die Landbevölkerung mit eingesetzten Autobussen in die Orte holten.

 

 

Kaufmann Emil Carstens nahm dieses zum Anlass, am 5. Dezember 1930 zu einer 1. Versammlung aller hiesigen Ladeninhaber und Gewerbetreibenden  einzuladen. Zwar schon etwas spät in der Zeit wurde trotzdem beschlossen, Autobusse einzusetzen, um die Landbevölkerung an den letzten                        verbleibenden Tagen bis Weihnachten nach Bredstedt zu bringen. Schon in dieser Runde wurde der Gedanke zur Gründung eines Zusammenschlusses          Bredstedter Kaufleute ins Auge gefasst. Im darauffolgenden Jahr, am 24. Februar 1931, traf man sich im "Landschaftlichen Haus"am Markt zu einer vorbereitenden Sitzung zur Gründung eines Handels- und Gewerbevereins. An dieser Versammlung nahmen 17 Bredstedter Kaufleute teil.

 

Zum 1. Vorsitzenden wurde Kaufmann Emil Carstens gewählt, 2.Vorsitzender war Bäckermeister Johann Jochimsen, als 1. Schriftführer wurde                    Möbelkaufmann Edlef Bandixen gewählt, 1. Kassierer wurde der damalige Direktor der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt Felix Jessen.

 

Leider konnte der Verein nur 3 Jahre fördernd für die Bredstedter Wirtschaft wirken, denn im Jahre 1934 wurden durch Erlaß der NSDAP Vereine wie der Handels- und Gewerbeverein verboten.
Am 19. März 1934 fand die Vereinsversammlung unter Aufsicht des Ortsgruppenleiters der NSDAP statt, wo die Auflösung des Vereins beschlossen wurde. Das verbleibende Vermögen von 397,64 Reichsmark durfte nur noch vom Vereinsführer Emil Carstens mit Genehmigung des Ortsgruppenleiters der NSDAP zur gemeinnützigen Arbeit zum Wohle der Stadt genutzt werde

 Werbeveranstaltung 1937 im Städtischen Garten (Biergarten)

Trotz des Versammlungsverbotes durch die NSDAP war die Bredstedter Kaufmannschaft in den 30er Jahren bis Kriegsbeginn aktiv.
So wurden unter anderem Ausstellungen (Vorläufer der heutigen Messe) in verschiedenen Bredstedter Sälen wie auf dem Foto im Trichter des Biergartens veranstaltet.

Am 23. 4. 1948 hieß es "Wir sind wieder da!"
Protokollen ab 1951 können wir nach wie vor entnehmen, daß das Hauptaugenmerk immer auf das Problem der Mobilität gelegt wurde - wie bekommen wir die Landbevölkerung zum Einkauf nach Bredstedt?
In der Vorweihnachtszeit wurden bereits in den fünfziger Jahren verkaufsoffene Sonntage durchgeführt, an denen die Bredstedter Geschäfte von 13.00 - 18.00 Uhr geöffnet hatten.

Es gab gemeinsame Wurfsendungen, die in der Weihnachtszeit und zu den Winter- und Sommerschlußverkäufen herausgebracht wurden. Außerdem wurden auf Anregung des HGV Sprechstunden des Finanzamtes Husum in Bredstedt abgehalten.

Anfang der fünfziger Jahre organisierte der HGV in der Adventszeit einen Weihnachtsmarkt mit Märchenbildern auf dem Marktplatz. Ältere Mitbürger erinnern sich noch gerne an dieser gelungenen Weihnachtsaktion. 1953 organisierte der HGV erstmalig in der Adventszeit eine Lichterwerbung. Wie richtig schon damals diese Entscheidung war, zeigt "Bredstedt im Lichterglanz" noch heute Aktionen, die die Wirtschaftskraft der Stadt stärken sollen, wurden in den 80er und 90er Jahren ins Leben gerufen.

Markttage und Messen lassen sich aus dem aktuellen Veranstaltungskalender der Stadt nicht mehr wegdenken.
Die Bredstedter Markttage z.B. sind zu einem Publikumsmagneten erster Güte geworden und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Der Handels- und Gewerbeverein wird sich auch im neuen Jahrtausend für die Wirtschaftskraft der Stadt einsetzen.

 

 

Urheber und Bereitstellung der Stadtkarte und der Fotos zur Chronik:
Druckerei Lempfert
Gartenstr. 17
25821 Bredstedt